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01-11-2017

Der Extrakt aus Brennesselwurzel hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Prostata

Nettle Der Extrakt aus Brennesselwurzel (Urtica dioica) wird in Europa umfangreich zur Behandlung der Hypertrophie der Prostata verwendet. Mehr als 20 klinische Studien haben unter Beweis gestellt, dass er, allein oder mit anderen Pflanzen assoziiert, die klinischen Symptome der benignen Hypertrophie der Prostata und der Prostatitis verbessert. Die deutsche Kommission E und die ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) empfehlen seine Verwendung spezifisch dazu, um die Harnbeschwerden, die mit der benignen Hypertrophie der Prostata assoziiert sind, zu lindern.

Die Brennesselwurzel und die Gesamtpflanze wurden in der traditionellen Medizin als Adstringens, Diuretikum und Tonikum verwendet. Zu Zeiten Hippokrates wurde die Brennessel verwendet, um Bisswunden und Stiche zu behandeln. Die europäischen Kräuterhändler haben sie als Infusion bei Atemstörungen verwendet und die Einheimischen von Amerika als Hilfe während der Schwangerschaft, der Geburt oder des Stillens.

Ein Ungleichgewicht zwischen Östrogenen und Androgenen

Man hat zuerst gedacht, dass die Benigne-Prostata-Hyperplasie sich nur entwickelt hat, weil eine aktive Form des Testosterons, die man als Dihydrotestosteron (DHT) bezeichnet, das Zellwachstum stimuliert hat. Das Testosteron wird systematisch in DHT durch ein Enzym, das unter dem Namen 5-alpha-Reduktase bekannt ist, umgewandelt. Diese Form ist viel aktiver bei ihrer Anbindung an die Stellen der Prostatazellen, die das Wachstum regulieren. Wenn sich das DHT an diese Stellen bindet, aktiviert es die Wachstumsfaktoren, die man als insulin-like growth factor 1 (IGF-1) bezeichnet und die die Proliferation der Zellen stimulieren. Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass hohe Werte dieses Faktors auch ein Indikator für das Risiko von Prostatakrebs sein können.
Aber mit zunehmendem Alter nimmt die Produktion von Testosteron ab. Außerdem verringern sich die Werte des freien, physiologisch aktiven Testosterons noch stärker aufgrund einer Erhöhung der Bindungen an das Protein, das man als sex hormone binding globulin (SHBG) bezeichnet. Ab dem Alter von 40 und bis zu 70 Jahren nimmt das freie Testosteron ungefähr 1% pro Jahr ab. Man muss folglich einen anderen Faktor finden, der auch an der Entwicklung der benignen Hypertrophie der Prostata teilhat.
Die Antwort findet sich in dem Ungleichgewicht, das sich mit den Jahren zwischen den Werten der Östrogene und der des Testosterons einstellt. In den Geweben, in denen sich die benigne Hypertrophie der Prostata entwickelt, nehmen die Östrogene mit dem Alter zu und wirken auf die Gewebe, indem sie das Wachstum der Prostatazellen stimulieren.
Die Rolle des SHBG ist es, ein dynamisches Hormongleichgewicht aufrechtzuerhalten. Das SHBG bindet oder heftet sich an die Hormone und transportiert sie zu den verschiedenen Rezeptorstellen auf den Zellmembranen durch den ganzen Organismus, wo sie auf verschiedene Weisen verwendet werden können. Der Effekt hängt von dem Hormon, an das es sich gebunden hat und von der Rezeptorstelle, zu der es es hinbringt, ab. So werden bei den Männern zum Beispiel die Östrogene und das Dihydrotestosteron, die an das SHBG gebunden sind, im allgemeinen zu den Rezeptorstellen auf der Prostata transportiert; in überschüssiger Menge können sie so die Gewebezellen der Prostata dazu anregen, sich zu teilen und schneller zu wachsen, mit dem Ergebnis einer benignen Hypertrophie der Prostata.
Bei den Männern und den Frauen in der Menopause werden die meisten Östrogene aus den Androgenen produziert. Insbesondere das Östradiol wird zum größten Teil aus dem Testosteron gezeugt. Dieses Phänomen bezeichnet man als Aromatisierung, nach dem Enzym, das sie auslöst, die Aromatase. Das Stroma der Prostata produziert die Östrogene folglich, zusätzlich zu denen, die es durch den Blutkreislauf erhält, durch die Aromatisierung.

Verschiedene Interventionsmechanismen

Bestimmte Fraktionen des Wurzelextrakts aus Brennessel hemmen das Wachstum der menschlichen Prostatazellen, aber der Mechanismus dieser Wirkung, der vielleicht die Lektine aufs Spiel setzen könnte, bleibt unbekannt.
Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass die Brennesselwurzel mit einer bestimmten Anzahl dieser chemischen Prozesse, die mit den Hormonen verbunden sind und in der Entwicklung der benignen Hypertrophie der Prostata impliziert sind, interferieren oder sie blockieren kann. In klinischen Studien hat der Extrakt aus Brennesselwurzel seine Fähigkeit gezeigt, die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (durch Hemmung des zu seiner Umwandlung notwendigen Enzyms) zu stoppen, genauso gut wie sich direkt an das SHBG zu binden und so zu verhindern, sich an andere Hormone zu heften.
Andere Arbeiten erwähnen die Möglichkeit einer Interaktion zwischen den Substanzen, die in der Brennesselwurzel vorhanden sind, und den Serumproteinen, die sich an die Androgene (wie das SHBG) binden, und die zu einer Veränderung der Konzentration der freien Androgene führen könnte. Der Extrakt aus Brennesselwurzel kann das SHBG, das sich schon an ein Hormon gebunden hat, daran hindern, sich an die Rezeptorstellen der Prostata zu heften1.
In einer Serie von Artikeln haben deutsche Forscher einen Bestandteil der Brennesselwurzel identifiziert, das 3,4-Divanillytetrahydrofuran, das eine wirklich starke Bindungsaffinität mit dem SHBG aufweist2.
Der Extrakt aus Brennesselwurzel kann die Produktion von Östrogenen (Östradiol und Estron) verringern, indem er die Aktivität der Aromatase hemmt. Mindestens fünf Bestandteile der Wurzel weisen schwache bis mäßige hemmende Aktivitäten der Aromatase auf und ermöglichen es so, die Umwandlung von Androgenen in Östrogene zu verringern3.
Es wurde ebenfalls suggeriert, dass die Steroide oder andere hydrophobe Bestandteile der Extrakte aus Brennesselwurzel die Aktivität der Membran Na+, K+-ATPase der Prostata hemmen würden, was den Wachstumsstopp hervorrufen würde4.
Der antiproliferative Effekt auf die Krebszellen der Prostata eines methanolisches Extraktes wurde bei einem Modell in vivo und bei einem System in vitro beobachtet5. Ein Wasserextrakt würde die Aktivität der Adenosin-Desaminase (ADA) des Prostatagewebes hemmen.

Mehr als 15.000 Männer haben sie mit positiven Ergebnissen getestet

Studien, die insgesamt 15.000 Männer mit einer benignen Hypertrophie der Prostata impliziert haben, haben gezeigt, dass der Extrakt aus der Brennesselwurzel deutliche Verbesserungen bei der Größe der Prostata, der Häufigkeit des Harnlassens, der nächtlichen Miktionen und der Urinsedimente nach dem Harnlassen hervorgerufen hat7. Die traditionelle Verwendung des Extraktes aus Brennesselwurzel bei der Behandlung von Prostataproblemen in Deutschland hat die Realisierung von zahlreichen klinischen Versuchen gefördert.
So wurden 41 Patienten mit einer benignen Hypertrophie der Prostata in eine Studie im Doppelblindversuch, mit Placebo kontrolliert, eingegliedert. Die Versuchspersonen haben einen Harnfluss von maximal 15 ml/Sekunde und ein Durchschnittsergebnis von 18,2 auf der IPSS-Skala (international prostate symptom score) aufgewiesen. Ein IPSS-Ergebnis von 0 bis 7 wird als leicht symptomatisch, von 8 bis 19 als mäßig symptomatisch und von 20 bis 35 als stark symptomatisch eingestuft.
Am Ende des Versuches wurde der Harnfluss um 66,1% (sich von 10,9 auf 18,1 ml/Sekunde erhöhend) in der mit dem Extrakt aus Brennesselwurzel behandelten Gruppe gegen 36,6% (sich erhöhend von 12,3 auf 16,8 ml/Sekunde) in der Placebogruppe erhöht. Die durchschnittlichen IPSS-Werte sind zweimal schneller in der behandelten Gruppe (von 18,2 auf 8,7) als in der Placebogruppe (von 17,7 auf 12,9) abgefallen8.
Eine randomisierte Multicenterstudie im Doppelblindversuch, mit Placebo kontrolliert, wurde mit 146 Patienten mit einer benignen Hypertrophie der Prostata, die ein Jahr lang beobachtet wurden, durchgeführt. Sie haben täglich auf zufallsbedingte Weise 459 mg eines Extrakts aus Brennesselwurzel oder ein Placebo erhalten. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass der Extrakt als eine therapeutisch sichere Option der benignen Hypertrophie der Prostata in Betracht gezogen werden konnte, insbesondere, um die reizauslösenden Symptome zu reduzieren und aufgrund seiner antiproliferativen Effekte9.
Eine Studie mit Labortieren hat gezeigt, dass der Brennesselextrakt eine benigne Prostatahyperplasie, die künstlich bei Mäusen induziert wurde, hemmen konnte (54,4%)10. Diese Ergebnisse suggerieren, dass der Extrakt gleichzeitig zur Vorsorge als auch zur Behandlung benutzt werden könnte.
In einer mit Placebo kontrollierten Studie im Doppelblindversuch, die im Iran realisiert wurde, haben 558 Männer ein Placebo oder einen Extrakt aus Brennesselwurzel über einen Zeitraum von sechs Monaten erhalten. Am Ende dieses Zeitraums von sechs Monaten haben die Versuchspersonen unter Placebo einen Brennesselextrakt erhalten. Alle haben diese Behandlung über einen Gesamtzeitraum von 18 Monaten fortgesetzt. Die Ergebnisse haben hervorgehoben, dass der Brennesselextrakt wirksamer als der Placebo in allen Maßeinheiten des Schweregrades der benignen Hypertrophie der Prostata war11.

Mit Sägepalme assoziiert

In Europa wird der Extrakt aus Brennesselwurzel häufig assoziiert mit der Sägepalme verwendet. Diese Verbindung ist gerechtfertigt, da die Brennesselwurzel hauptsächlich durch den alternativen Signalweg in den Prostatazellen wirkt, während die Sägepalme in den ersten Signalweg eingreift, indem sie die Aktivität des DHT einschränkt. Die Brennesselwurzel beschäftigt sich in der Tat seitens der Östrogene mit der Hypertrophie der Prostata, während die Sägepalme seitens der Androgene tätig ist. Beide Pflanzen weisen entzündungshemmende Effekte auf.
Eine randomisierte Studie im Doppelblindversuch, die mit 543 Patienten realisiert wurde, die unter einer benignen Hypertrophie der Prostata im Stadium I oder II gelitten haben, hat die Effekte einer Verbindung von Sägepalme und Brennessel mit denen von Finasterid, eine klassische medizinische Behandlung, verglichen. Die beiden Behandlungsmethoden haben sich als genauso wirksam auf verschiedene Parameter herausgestellt: Wert des Harnflusses, Dauer der Miktion, IPSS-Ergebnisse und Beurteilung der Lebensqualität der Patienten. Die Wirksamkeit der beiden Behandlungen wurde mit der Behandlungsdauer erhöht. So ist der durchschnittliche IPSS-Wert von 11,8 auf 8 nach einer vierwöchigen Behandlung mit der Pflanzenkombination und dann auf 6,5 nach 48 Wochen abgefallen. In der Gruppe, die das Finasterid eingenommen hat, ist dieser Wert von 11,8 auf 8 nach einem Zeitraum von 24 Wochen und dann auf 6,2 nach 48 Wochen gesunken. Die Patienten haben besser die Behandlung mit der Verbindung aus zwei Pflanzen als das Finasterid vertragen, das eine Abnahme der Libido, sexuelle Störungen und für bestimmte Patienten einschließlich eine Impotenz hervorgerufen hat12.
Eine umfassende Beobachtungsstudie hat 419 Urologen, die 2.030 Patienten mit einer leichten bis mäßigen benignen Hypertrophie der Prostata überwacht haben, impliziert. Alle Patienten haben eine Mischung aus Sägepalme und Brennesselwurzel über einen Zeitraum von 12 Wochen erhalten. Verbesserungen wurden am Ende der Studie festgestellt, insbesondere: eine Erhöhung des maximalen Harnfluss um 25,8%, des durchschnittlichen Harnfluss um 29%, eine Verringerung der Urinsedimente nach dem Harnlassen um 44,7%, der nächtlichen Miktionen um 50,4%, der Dysurie (Miktionsbeschwerden) um 62,1%. 86% der Patienten haben Verbesserungen festgestellt.



Litteraturverzeichnis:
1. Hryb D.J. et al., The effect of extracts of the roots of the stinging nettle (Urtica dioica) on the interaction of SHBG with its receptor on human prostatic membranes, Planta Med., 1998 Feb, 61(1): 31-2.
2. Schöttner M. et al., Lignans from roots of Urtica dioica and their metabolites bind to human sex hormone binding globulin (SHBG), Planta Med., 1997 Dec, 63(6): 529-32.
3. Gansser D. et al., Aromatase inhibitor from urtica dioica roots, Planta Medica, 1995, 61(2): 138-140.
4. Hirano T. et al., Effects of stinging nettle root extracts and their steroidal components on the Na+, k(+)-ATPase of the benign prostatic hyperplasia, Planta Med., 1994, 60(1): 30-3.
5. Konrad L. et al., Antiproliferative effect on human prostate cancer cells by stinging nettle root (Urtica dioica) extract, Planta Med., 2000 Feb, 66(1): 44-7.
6. Durak I. et al., Aqueous extract of Urtica dioica makes significant inhibition on adenosine deaminase in prostate tissue from patients with prostate cancer, Cancer Biol. Ther., 2004 Sep, 3(9): 855-7.
7. European Scientific Cooperative on Phytotherapy, ESCOP Monographs on the medical uses of plant drugs, 1st ed., ESCOP, Exeter, UK, 1997, fascicule 2.
8. Engelmann U. et al., Therapy for benign prostatic hyperplasia with nettle liquid, Urology, 1996, 36:287-291.
9. Schneider T. et al., Stinging nettle root extract in long term treatment of benign prostatic syndrome. Results of a randomized, souble-blind, placebo controlled multicenter study after 12 months, Urologe A, 2004 Mar, 43(3): 302-6.
10. Lichius J.J. et al., The inhibiting effects of Urtica dioica root extracts on experimentally induced prostatic hyperplasia in the mouse, Planta Med., 1997 Aug, 63(4):307-10.
11. Safarinejad M.R., Urtica dioica for treatment of benign prostatic hyperplasia: a prospective, randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover study, J. Herb. Pharmacother., 2006, 5: 1-11.
12. Sokeland J. et al., Combination of Sabal and urtica extract versus finasteride in benign prostatic hyperplasia (stages I and II). Comparison of therapeutic effectivness in one year double-blind study, Urology A, 1997, 36(4): 327-33.
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